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Rum – Mehr als nur eine Spirituose für Freibeuter

Denkt man an Rum, schießen sogleich allerlei Bilder in den Kopf und lassen an staubige Flaschen, dunkle Aromen, Palmen, Strand und Meer denken. Dass genau diese Bilder zuerst in Gedanken auftauchen, kommt natürlich nicht von ungefähr, denn Rum ist eine Spirituose, die ausschließlich aus Melasse, Sirup oder (seltener) aus dem frisch gewonnen Saft des Zuckerrohrs gewonnen wird. Und Rohrzucker wächst bekanntlich vor allem in karibischen sowie südamerikanischen Landen.

Inländer-Rum, Rum-Verschnitte, braune Rums, helle Rums, Ron und Rhum- es kursieren allerlei Sorten, Bezeichnungen und vieles mehr, wenn es um die beliebte Spirituose geht, sodass hier etwas Licht ins Dunkel gebracht werden soll und Sie als echter Kenner herausgehen können.


Von Piraten, „Baronen“ und Sklaven - Die Geschichte des Rums

Zuckerrohrfeld

Am Anfang eines jeden Rums steht das Zuckerrohr. Dieses stammt ursprünglich aus Ostasien wie China und auch Neuguinea und wanderte über Handelswege bereits im 1. Jahrhundert nach Christus in den Nahen Osten. Die Kreuzzüge des Mittelalters brachten schließlich auch europäische (gut stiuierte) Haushalte in den Genuss des Süßungsmittels und Christoph Kolumbus importierte erste Stecklinge in der Frühen Neuzeit nach Hispaniola. So kam das Zuckerrohr in die Karibik, wo es gut gedieh und heute zu den mit Abstand wichtigsten Erzeugnissen zählt.

Plantagenbesitzer schwangen sich in der Folgezeit zu sogenannten „Zuckerbaronen“ auf und beherrschten die Karibik wie auch den Süden der USA. Wo mächtige Menschen herrschen, gibt es jedoch auch solche, die wenig bis nichts haben und der Sklavenhandel blühte auf. Denn Sklaven waren billige Arbeitskräfte, die zur Ernte den sogenannten „Abfall“ der Zuckerproduktion, die Melasse, zu essen bekamen. Bei der Zugabe von Wasser begann diese Melasse zu gären und so entdeckte man mehr aus Zufall denn aus Absicht, wie eine Art Zuckerwein entstand. Der Gedanke lag für die Zuckerbarone durchaus nah, dass sich damit Geld verdienen ließ. Schnell war die Melasse einem Destillationsprozess unterzogen worden und so waren (vereinfacht gesagt) Cachaca, Aguardente und Rumbullion entstanden. Das heutige Wort Rum stammt vom Dialektwort Rumbullion ab, das so viel wie Tumult oder Aufruhr meint.

Der so entstandene Brand hat mit unseren heute so fein destillierten Rums jedoch wenig zu tun. Erst mit den verbesserten Destillationsmethoden (Pot Still und Coffey Still) gewann Rum auch international an Ansehen und verbreitete sich über die ganze Welt.

Und die Piraten? Die Verbindung von Freibeutern und Rum kam unter anderem daher zustande, dass vor allem Engländer einen regen Handel mit der aromatischen Spirituose führten. Manche dieser Kapitäne wurden zu Freibeutern und letzten Endes konnte sich auch die Royal Navy der Anziehungskraft nicht entziehen und erlaubte ihren Matrosen eine Ration Rum pro Tag.


Zucker, Fass und Flasche – Die Herstellung

Anders als manche vielleicht annehmen mögen, ist Rum eine alkoholhaltige Flüssigkeit, die strengen EU-Richtlinien unterworfen ist. Rum muss demzufolge einen Mindestalkoholgehalt (der 37,5% beträgt) besitzen und darf im Nachhinein weder gesüßt noch aromatisiert werden. Auch darf kein zusätzlicher Alkohol zugefügt werden. Aus diesem Grund dürfen sich beispielsweise unsere hierzulande bekannten Spirituosen Pott und Stroh Original 80 nicht Rum nennen.

Whisky entsteht aus gemälzter Gerste, Gin aus Weizen oder Ähnlichem und Vodka aus Kartoffeln oder Getreide. Und Rum? Wenn man es auf einen Nenner bringen will, wird bei der Herstellung von Rum Zucker aus Zuckerrohr fermentiert (also zu Alkohol vergärt) und der so entstandene Alkohol daraufhin destilliert. Je nach Reifegrad lagert Rum für den Feinschliff in Fässern, die ihm ein einzigartiges, warmes und rundes Aroma verleihen.

Was ist der Unterschied zwischen braunem und weißem Rum?

Dies ist wohl eine der essenziellsten Fragen, die sich sofort stellt, wenn man beginnt, sich mit Rum zu beschäftigen. Und dabei ist die Antwort recht einfach: je heller Spirituosen sind, desto weniger Zeit haben diese in Fässern verbracht (und folglich ist auch ihr Alter jünger anzusetzen). Dabei kommt es natürlich auch darauf an, ob das Destillat nach traditioneller Art in Eichenfässern lagerte (Eiche eignet sich hierfür am besten) oder in Edelstahlbehältern.

Cocktailzeit

Eine Lagerung in Eichenfässern wirkt sich dabei nicht nur optisch aus, sondern trägt auch dazu bei, dass der Rum die geschmacklichen Eigenheiten des Fasses aufnimmt. Dunkler Rum besitzt also meist ein intensiveres Aroma, ist süßer und komplexer im Geschmack. Diese eignen sich also für den puren Genuss, während hellere, jüngere Rums sich in Cocktails hervortun. Ihr Eigenaroma ist durchaus auch vielseitig, schmiegt sich jedoch unkomplizierter an andere Aromen an und verfeinert Mai Tai, Mojito, Daiquiri, Pina Colada und viele mehr.

Eine Studie für sich ist natürlich die Auswahl des richtigen Fasses. Manche Destillerien verwenden hierfür neue Fässer, die von innen angekohlt werden. Andere Befüllen ehemalige Sherry-, Bourbon-, Portwein- und sogar Bordeaux- oder Cognacfässer und wieder andere Brennereien reinigen diese ehemaligen Fässer vor dem nochmaligen Gebrauch, brennen, spülen oder kratzen sie aus. Die Möglichkeiten sind vielzählig und bedingen jedes Mal ein geschmacklich anderes Auftreten des Enddestillats.

Welche Sorten und Unterscheidungen gibt es?

Wir haben bereits den Unterschied zwischen hellem und dunklem Rum geklärt, nun stellt sich die Frage, was es sonst noch für Sorten, Bezeichnungen und Unterteilungen gibt.

Rhum, Ron oder Rum? Egal für was Sie sich entscheiden, Sie bezeichnen dabei stets die beliebte Zuckerrohrspirituose. Während das Wort Rhum aus dem Französischen stammt (einige Gebiete der Karibik und des amerikanischen Festlandes waren früher unter französischer Kolonialherrschaft gestanden oder sind bis heute französische Departements), ist Ron das kastilische Wort für Rum wie er hierzulande bezeichnet wird.

Französische Départements (beispielsweise La Réunion, Martinique und Guadeloupe) bezeichnen ihren Rum nicht nur als Rhum mit h, oftmals führen diese auch den Titel „rhum agricole“. Das agricole verweist auf den landwirtschaftlichen Aspekt dieser Spirituose, die ihren Zuckerrohrsaft direkt von den dortigen Zuckerrohrbauern frisch beziehen.

Was ist unter Blending zu verstehen?

Das Blending von Spirituosen ist nicht nur in der Rum-Welt bekannt sondern wird beispielsweise auch bei Whisky angewandt. Allerdings ist der Verschnitt von Spirituosen (also der Vereinigung von verschiedenen Rums) rein optional und wird vor allem angewandt um Rums herzustellen, die weniger geschmacklichen Schwankungen unterliegen. So kann man den Geschmack eines Rums in eine lieblichere Richtung lenken, die einer breiteren Schicht an Konsumenten entgegenkommt.

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